Das Schützenwesen in Ergoldsbach – heute Bergschützen Ergoldsbach e. V.
Das Schützenwesen stand von jeher in engster Beziehung zur Landes- und Ortsverteidigung und das besonders in den Städten und Märkten; daher sehen dort auch die Schützengesellschaften meist auf ein hohes Alter zurück. Nach einem Entwurf von 1507 sollten Städte und Märkte Musterbücher führen; in jeder Stadt und auch in Märkten sollte ein geschickter "Drillmeister" zur Einübung des "gemeinen Volkes" aufgestellt werden.
Zu den Schießübungen der Bürgerschaft gab die Regierung jährlich gewisse Zuschüsse in Geld, welche früher zum Ankauf eines (meist roten) Tuches zu einer Hose verwendet wurden. In einer Rentmeisterrechnung von 1566 zu Landshut sind diese V o r t e l nach Büchsen- und Stachelschützen aufgezählt.
Schon um 1700 bestanden in Ergoldsbach Schützenbruderschaften. Wie aus einer Niederschrift von 16. Februar 1877 hervorgeht, wurde eine Bruderschaft aufgelöst und das Vermögen von 283 Mark und 74 der Kirche zugesprochen. Die Auflösung erfolgte wegen des Todes der eingetragenen Mitglieder.
Die Bruderschaften waren zu dieser Zeit keine Sportvereine im heutigen Sinne, sondern eher Unterstützungsvereine im kirchlichen Sinne. Später wurden die Schützen von den Bischöfen und Landesvätern auch zum Schutze der Heimat organisiert.
Wie aus der Mitgliederliste von 1753 zu ersehen ist, bestand zu dieser Zeit bereits eine "Lobliche Schützen Compani des Churfstl. Marckts Ergoltspach" mit 20 Mitgliedern. Aufgeführt sind unter den Mitgliedern das Schützenmeisteramt:
"Theodor Dollmann, Organist Oberschützenmeister
Johann Georg Dietlmayr, Bürgerl, Baader Unterschützenmeister
Johann Adam Häckhl, Landschtl. Aufschläger
und Marckhschreiber Schützenschreiber"
Die Schützenherberge müsste im heutigen Gasthaus Dallmaier gewesen sein.
Im Ergoldsbacher Heimatbuch von Helmut Siegl ist 1815 eine Schießstätte in der heutigen Dingolfinger Straße aufgeführt.
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1892 – 1894 ist eine weitere Schützengesellschaft mit dem Namen "Zimmerstutzen Gesellschaft Hubertus" erwähnt. Von diesem Verein ist eine Liste vom 19. Februar 1894 vorhanden, in der die Wahl der Vorstandschaft und die Erlassung von 18 Paragraphen festgehalten wurde:
1. Schützenmeister: Anton Hofmeister
2. Schützenmeister: Georg Braun
Schriftführer: Joseph Steinherr
Kassier: Joseph Driembacher
Ausschussmitglieder: Balthasar Ortner
1899 gab es laut Unterlagen eine Schützengesellschaft mit dem Namen "Diana". Laut Protokoll fand am 02. Oktober 1899 eine Sitzung statt. Hierbei wurden 4 Paragraphen aufgestellt.
1901 bestand eine Zimmerstutzen-Gesellschaft "Fidelitas".
Während der beiden Weltkriege gab es anscheinend keine Schützen in Ergoldsbach. Im Gasthaus Bergkeller der Brauerei Rudolph waren in den 50erJahren Schützen, die jedoch nicht zu einem Verein zusammengeschlossen waren.
An den Weihnachtsfeiertagen 1958 beschlossen einige Stammgäste des damaligen Gasthauses Mittermeier an der Friedhofstraße, einen Schützenverein ins Leben zu rufen. Es waren dies der Textilvertreter Josef Frie, der Kraftfahrzeugmechaniker Rainhold Ganslmeier, der Maler Werner Tham, der Schlosser Alfons Haller, der Bundesbahnangestellte Georg Heigl, der Maschinenbauer Franz Schmidbauer und Luitpold Heigl sen.
Sie beschlossen für 6. Januar, H. Dreikönig 1959 möglichst viele Interessenten anzusprechen und zu einer Gründungsversammlung einzuladen. Es waren tatsächlich an die 40 Personen anwesend und der Verein wurde aus der Taufe gehoben.
Die Gründungsvorstandschaft
1. Schützenmeister: Josef Frie
2. Schützenmeister: Rainhold Ganslmeier
Schriftführer: Alfons Haller
Kassier: Werner Tham
Da dem rührigen Schützenverein die Anlage bald zu klein wurde, bemühte man sich um eine Erweiterung der Schließanlage. Die Wirtsleute und die Brauerei Stiegler, die um Mithilfe gebeten wurden, lehnten dies ab. Somit kamen schon in den ersten Jahren Unstimmigkeiten auf, und der Verein nahm Verbindung zur Brauerei Rudolph auf. Von Brauereibesitzer Rudolph wurden die Kellerräume im Bergkeller an der Bayerbacher Straße zur Verfügung gestellt. Anfang 1961 wechselten die Bergschützen ins neue Lokal, dort standen für den Schießbetrieb sechs Stände zur Verfügung.
Noch im selben Jahr wechselten die Bergschützen den Gau und traten dem Labergau bei.
Die Bergschützen nahmen gleich bei ihrer Einführung an den Gaurundenwettkämpfen teil. Die Kämpfe wurden damals noch in "lockerer Form" ausgetragen, nämlich 3 x 5 Schuß, wobei die besten zwei "Standl", also die besten zehn Schuß in die Wertung kamen.
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Im Mai 1972 erhielt der Verein die Vereinsstandarte, die am 29. d. M. durch H. H. Geistl. Rat Alois Wiesmüller im engsten Kreis geweiht wurde.
Während das Verhältnis mit Herbergswirt Sepp Winkler im Bergkeller ausgezeichnet verlief, wurde bei dessen Weggang das Vereinsleben für die Bergschützen auch dort schwieriger. Als dann ein neuer Wirt einzog und dieser die Räume für eine moderne Disco benötigte, wurden den Bergschützen die "Schuhe", das heißt die Schießstände vor die Türe gestellt.
Am 29. Dezember 1972 wechselten die Bergschützen zum Dörnbacher Hof und nach gut zwei Wochen Umbau, unter Einsatz der meistern Mitglieder, fand bereits am 12. Januar 1973 der erste Schießabend statt. Die Einweihung des neuen Schützenheimes erfolgte durch H. H. Geistl. Rat Alois Wiesmüller am 17. März 1973. Dazu eingeladen waren die befreundeten Schützenvereine der Großgemeinde.
Bei einer Ausschußsitzung am 14. Januar 1975 wurde, in vorheriger Abstimmung mit den Vereinsmitgliedern bei der Generalversammlung, die Erweiterung beschlossen.
Am 26. November 1976 fand in den noch nicht ganz fertiggestellten Räumen der erste Schießabend statt. Die Einweihung des Schützenhauses erfolgte am 19. März 1977 durch H. H. Geistl. Rat Alois Wiesmüller.
Der Bau und die Einweihung waren einer der Höhepunkt in der Geschichte der Bergschützen.
Das mit 8 Schießständen und einer Anlage für laufende Scheibe ausgestattete Schützenheim entspricht nach wie vor den heutigen Ansprüchen.